Stellen Sie sich Folgendes vor: Ein zweirädriger, zweibeiniger Roboter erklimmt gleichmäßig eine Treppe und greift dabei mit seinem Roboterarm fest nach einem Objekt. Der Übergang ist nahtlos, die Bewegungen präzise. Diese Demonstration sprengt nicht nur die Grenzen herkömmlicher ebene Flächen, sondern definiert mobile Manipulation neu, indem sie diese auf komplexe 3D-Umgebungen ausdehnt.
Konventionelle mobile Manipulationssysteme sind typischerweise auf ebene Umgebungen beschränkt, in denen Roboterarme in begrenzten Arbeitsbereichen operieren. Diese neue Roboterplattform überwindet diese Einschränkungen. Dank ihrer hybriden Fortbewegungsmöglichkeiten – sie unterstützt sowohl den Fuß- als auch den Zweibein- und den Radmodus – erweitert sie ihre Einsatzgrenzen auf Treppen, enge Korridore und unebenes Gelände und gewährleistet dabei gleichzeitig höchste Manipulationspräzision.
In einer synchronisierten Demonstration arbeiten zwei Roboter Hand in Hand: Einer hält eine Kiste fest, während der andere präzise einen Gegenstand hineinlegt. Diese Koordination ähnelt der eines gut trainierten Duos und verdeutlicht das Potenzial der Plattform für kollaborative Aufgaben mit mehreren Agenten.
Der Roboterarm kann aus verschiedenen Winkeln greifen, was auf zukünftige Anwendungen in dynamischen Umgebungen, beispielsweise zur Haushaltshilfe, hindeutet. Seine Integration in eine multimodale mobile Basis eröffnet neue Forschungsrichtungen für reale Einsatzszenarien.

Besonders hervorzuheben ist das minimalistische Design der Plattform – ein Roboterarm, der auf einem dualen Beinsystem (mit Rädern und zwei Beinen) montiert ist. Diese Einfachheit reduziert die Komplexität der Simulation und des Algorithmenentwurfs drastisch und bietet einen leicht zugänglichen Einstieg in die Forschung zur mobilen Manipulation.
Im Gegensatz zu humanoiden Robotern mit hohem Freiheitsgrad, die oft eine steile Lernkurve erfordern, ermöglicht diese Plattform Studierenden und Forschenden, sich auf zentrale algorithmische Herausforderungen zu konzentrieren, ohne von komplexen Dynamiken überfordert zu werden. Sie senkt effektiv die Einstiegshürde und erhält gleichzeitig die Forschungstiefe.
Die meisten bisherigen Studien zur robotischen Manipulation beschränken sich auf vordefinierte Tischoberflächen und statische Umgebungen. Im Gegensatz dazu wurde dieses neue mobile Manipulationssystem speziell entwickelt, um diese Einschränkungen zu überwinden. Es ermöglicht Forschern, Aufgaben zu entwerfen, die sich über mehrere Räume erstrecken und unterschiedliches Terrain umfassen – Szenarien, die realen Anwendungen deutlich näherkommen.
Diese verbesserte Geländeanpassungsfähigkeit gepaart mit präzisen Manipulationsmöglichkeiten macht die Plattform besonders relevant für Bereiche wie Haushaltsrobotik und Such- und Rettungseinsätze, wo Unvorhersehbarkeit und Geländekomplexität die Norm sind.

Ein weiteres wichtiges Merkmal ist die Unterstützung sowohl entkoppelter als auch koordinierter Ganzkörpersteuerungsmodi. Im entkoppelten Modus werden Fortbewegung und Manipulation als unabhängige Module behandelt. Im koordinierten Modus können Ganzkörperstrategien erforscht werden – beispielsweise die Nutzung von Unterkörperbewegungen zur Stabilisierung oder Unterstützung von Oberkörperaktionen während der Manipulation.
Dies erleichtert die Ausführung komplexer Aufgaben, wie beispielsweise das Ausstrecken der Arme oder das Halten des Gleichgewichts beim Heben schwerer Gegenstände. Forscher können untersuchen, wie die Körperdynamik die Aufgabenleistung beeinflusst, wodurch sich dies als ideales Testfeld für Ganzkörperkoordinationsstudien eignet.

Ausgestattet mit zahlreichen Peripherieschnittstellen lässt sich der Roboter schnell für ein breites Spektrum an Forschungsanwendungen konfigurieren. Von der 3D-Kartierung mit LiDAR und Tiefenkameras bis hin zur Mensch-Roboter-Interaktion über Sprachschnittstellen bietet die Plattform Forschern die Flexibilität, verschiedene Bereiche zu erkunden, wie zum Beispiel:
Wahrnehmungs- und Umweltmodellierung
Navigation und dynamische Hindernisvermeidung
Sensorfusion und räumliches Bewusstsein
Dank ihrer Erweiterbarkeit können Forschende verschiedener Disziplinen – KI, Robotik, Mensch-Computer-Interaktion und mehr – eine einzige, auf ihre spezifischen Bedürfnisse zugeschnittene Plattform nutzen. Diese Flexibilität ermöglicht interdisziplinäre Innovationen und fördert integrative Forschungsprozesse.
Von der mobilen Basis zur integrierten Forschungsplattform
Ursprünglich als weltweit erster hybrider Zweibeinroboter mit Spitzenfuß-, Zweibein- und Radkonfigurationen vorgestellt, hat sich diese Plattform zu einem umfassenden Forschungsinstrument entwickelt. Mit der kürzlich erfolgten Einführung des Roboterarm-Kits hat sie sich von einer mobilen Basis zu einer vollständig integrierten mobilen Manipulationsplattform gewandelt.
Jede Iteration und Hardware-Verbesserung basierte auf realen Labortests – über 1.000 Tage Experimentierzeit führten zu einem robusten System mit hoher Stabilität und einer sofort einsatzbereiten Benutzererfahrung. Die Entwicklungsphilosophie konzentrierte sich stets auf Benutzerfreundlichkeit, Zuverlässigkeit und Relevanz für konkrete Forschungsfragen, anstatt auf aufsehenerregende Spielereien.

Da verkörperte KI als Forschungsgebiet immer wichtiger wird, ist eine zugängliche, leistungsfähige und erweiterbare Forschungsplattform entscheidender denn je. Analysten prognostizieren, dass der globale Markt für verkörperte Intelligenz von 1,8 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023 auf 13,8 Milliarden US-Dollar im Jahr 2028 wachsen wird, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von über 50 % entspricht.
Diese Plattform erfüllt ein zentrales Bedürfnis: Sie bietet Forschern ein leistungsstarkes und dennoch benutzerfreundliches Werkzeug, das von grundlegenden Bewegungs- und Manipulationsmechanismen bis hin zu integrierten Wahrnehmungs-, Planungs- und Handlungsabläufen alles unterstützt. Anstatt Zeit mit der Fehlersuche an der Hardware zu verbringen, können sich Forscher auf die Weiterentwicklung von Algorithmen und die Lösung relevanter Probleme konzentrieren.
Letztendlich verkörpert dieser neue Roboter das, was moderne Forschungsplattformen anstreben sollten: modular, erweiterbar, zuverlässig und vor allem auf die realen Bedürfnisse der Forschungsgemeinschaft abgestimmt.
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